Thomas-Peter Disselhoff

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Wirtschaft

Zur wirtschaftlichen Lage der „Stadt Salzgitter“ und den realen Gestaltungsmöglichkeiten vs. dem aktuell bestehenden Status. Ich kann hier zurzeit nur das widergeben, was ich konkret weiß und vor allem, was die Realitäten hier vor Ort sind.

Vorab beginnen wir vielleicht mal mit einer kleinen

Bestandsaufnahme:

Punkt 1:Eine bereits ausgeblutete Innenstadt (City), die eher zum schnellen Durchschreiten verleitet als dem Verweilen dort und auf Shoppingtour zu gehen. Dieser Trend dürfte sich mit den durch die überzogenen und nicht evidenzbasierten eingeläuteten „Corona Maßnahmen“ eher noch erhöhen, die anstehenden Firmen- und Geschäftspleiten gerade auch die der bisher noch inhabergeführten Geschäfte und Läden werden sich zukünftig eher sogar noch zusätzlich verstärken! Sollen nur bis zu den Wahlen noch nicht alle wirklich mitbekommen!

Punkt 2: Es dürften nicht unerhebliche Geldmittel/ Grund- und Gewerbesteuern, sowie sinkende Einnahmen bei der Erhebung von weiteren kommunalen Beiträgen und Gebühreneinnahmen und die über Art. 106 GG über den Steuerverbund auch anteilig zustehende kommunale Einkommen und Gewerbesteuereinnahmenwerden weiter drastisch sinken und das bei zusätzlich gleichzeitigem zusätzlichem Konsumkaufkraftverlust aus Salzgitter heraus, die sogar in das Umland zusätzlich mit abfließen und anderen Kommunen direkt durch den Steuerverbund als zusätzliche Einnahmen zu Gute kommen . Die meisten Salzgitteraner geben auch offen zu, aufgrund mangelnder Attraktivität der City, daher eher in Braunschweig, Goslar oder Hildesheim, Hannover einzukaufen, zu flanieren etc. Mit anderen Worten, hier geht ordentlich Kaufkraft verloren und bleibt damit nicht mehr zur Gestaltung und Finanzierung des Gemeinwohles und zur Erfüllung bei einer deutlich gestiegenen gesetzlichen kommunalen Aufgabenlast (gestiegene Sozialtransferleistungen etc.) zur Verfügung „in der Stadt“ selbst, um aus eigener finanzieller Kraft allein die gesetzlichen Aufgaben überhaupt noch stemmen zu können!

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Metallschleifmaschine

Punkt 3: Die Erkenntnis, dass Salzgitter nun stets ein Industriestandort war und auch grundsätzlich so aufgestellt  ist, zu dieser Wahrheit gehört aber auch, dass Entscheidungen über den Fortbestand einzelner Produktionsstätten, Mitarbeiterreduzierung oder - Aufstockung, Produktionswechsel, Standortschließungen d e f i n i t i v nicht „in Salzgitter“ beschlossen werden! Diese Entscheidungen fallen einzig und allein in den jeweiligen Konzernzentralen in Wolfsburg, Essen, Stuttgart etc. der hier vor Ort ansässigen Produktions- und Werkstätten. Daraus folgt, dass man von hier nur ganz schwer gegen solche einmal gefassten Entscheidungen der Konzerne aus kommunaler Sicht überhaupt etwas unternehmen kann. Man wird schlicht vor vollendete Tatsachen mit allen Ihren finanziellen Folgen und Begleiterscheinungen gestellt.

Punkt 4: Rückzug kleinerer und mittelständischer Unternehmen, Handwerk etc. Wenn man wachen Auges durch die Stadt geht, sieht man hier und da sogar aktuell Bauprojekte z.B. aber ortsansässige Bauunternehmen und oder Handwerksbetriebe sucht man dort vergebens auf den Bauinfoschildern, es sind ausschließlich Bauunternehmen aus dem Umland, mehr und mehr echte frühere Handwerksbetriebe geben auf und verschwinden mit allen bekannten Folgen wie verlorene Arbeitsplätze und damit weitere Einnahmenverluste für die Kommune etc.

Beginnen wir nun einmal mit kleinen Ideen, die zumindest mittelfristig die Einnahmesituation der „Stadtverwaltung“ verbessern können!

 

Punkt 1: In meiner Vision einer in die Zukunft ausgerichteten „Stadt Salzgitter“ sprach ich ja davon „Mit Augenmaß, Herz und Verstand“ d.h. in diesem Kontext, dass nach Möglichkeit der MA des Ordnungs, - und Gewerbeamtes sich selbst als Partner der Selbständigen und Unternehmer sieht und diesen bei allen Belangen in und um dessen unternehmerische Tätigkeit voll unterstützt und begleitet. Natürlich steht die „Verwaltungsarbeit“ an erster Stelle und selbstverständlich müssen alle gesetzlichen Vorgaben und Anordnungen von dem Unternehmer/ Start Up erfüllt werden, jedoch findet er in der Stadtverwaltung „seinen kompetenten Ansprechpartner“, der ihn mit an die Hand nimmt, um alle Hürden zu meistern. Je mehr Unternehmer und Gewerbetreibende in und aus Salzgitter hier tätig sind, umso höher fallen die Landeszuweisungen „Steuerverbund“ aus! Es ist also wirtschaftlich essentiell, dass seitens der Stadtverwaltung ein „unternehmerfreundliches Klima“ geschaffen wird.

Punkt 2: Unbedingte Vermeidung, den Bürgern durch höhere Abgaben und Gebühren die Kaufkraft zu entziehen, da dies auch negative Auswirkungen auf den Konsum hat.

Punkt 3: Enge Vernetzung zwischen Schulen und Unternehmen/Handwerksbetrieben gerade aus den Abschlussklassen, damit die Unternehmer und die Jugend frühzeitig zusammen kommen, um konkret über deren Berufsausbildungen zu sprechen und damit eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Punkt 4: Innerschulische Wettbewerbe starten, die zentral ausgestellt und prämiert werden. Hier muss soll und darf alles möglich sein. Von Technik über Soziales wirklich alles und ich bin mir absolut sicher, dass die Salzgitteraner -genau wie die Jugend- sehr kreative und geschickte Erfinder sind. Vielleicht kommen ja von hier später kleine Erfinder, die tatsächlich real umsetzbare Ideen entwickelt haben und in Industrie und Handwerk eingesetzt werden können. Das gilt auch und gerade für das Thema der individuellen Mobilität.

Punkt 5: Nach den Regeln des „Verursacherprinzips“, die beiden online Handelsmonopolisten AMAZON und AliBaba durch ggf. Abgaben auf deren in Salzgitter generierten Umsätze zu verlangen. Schließlich tragen diese ja auch dazu bei, dass die Innenstädte immer leerer werden!

Punkt 6: Eine bessere Zuganbindung gerade auch von Lebenstedt bis in die Gewerbebetriebe u.a. dem Fredenberg, um die Attraktivität für die dort ansässigen Unternehmen zu erhöhen und damit mehr Güter und Personen auf die Schiene zu bekommen.

 

Mit anderen Worten, wir müssen uns besser auf die ortsansässigen Betriebe und Firmen einstellen, denn wir stehen absolut im Wettbewerb mit anderen Städten und Kreisen aus dem Umland.

Mir ist klar, dass das Thema Wirtschaft „trocken“ ist und nicht jeder Gefallen daran findet, dennoch bestimmt gerade der Aspekt „unsere Fähigkeit“ die Zukunft -unsere Zukunft!- selbst in die Hände zu nehmen und aktiv zu gestalten, anstatt  weiter „verunstaltet“ zu werden!